Im Bericht der Klinikführung fehlte die GeburtshilfeWertingen (bäs) - Zu seiner jüngsten Mitgliederversammlung lud der Krankenhaus-Förderverein auch den Geschäftsführer, Hans-Peter Maier, ein. Dieser war, so teilte Heribert Müller mit, wegen eines anderen Termins verhindert.
Bildquelle:ALFA Bereits vor zehn Tagen hatte der Verwaltungschef am Wertinger Krankenhaus von seiner Vertretungsaufgabe erfahren. Müller gab einen Überblick über die Betriebsergebnisse der vergangenen Jahre. Während sich bei den stationären Einnahmen in den vergangenen Jahren kaum etwas verändert habe und das vereinbarte Budget für 2008 in Höhe von 14 Millionen Euro voraussichtlich ausgeschöpft werden könne, seien die Ausgaben noch nicht genau zu beziffern. Die Geschäftsführung geht von einem Fehlbetrag in Höhe von 300 000 Euro aus. Die "turbulente Situation" auf der Inneren Station - hier fehlten lange Zeit Ärzte - habe zwar zu Einbußen geführt, so Müller. Jedoch konnten diese durch die Arbeit der Orthopäden teilweise wieder aufgefangen werden. Mit Dr. von Hoch, dem renommierten Kardiologen, hätte sich inzwischen die Lage beruhigt. "Wir haben eine Perspektive, denn das Strukturkonzept greift langsam", sagte Müller weiter und er nannte Zahlen. Von Januar bis September 2008 war auf der Inneren ein Rückgang von 163 Fällen zu verzeichnen. Seit dem Antritt von Dr. von Hoch am 1. Oktober dieses Jahres sei ein erfreulicher Zulauf festzustellen. Im Vergleich zum Vorjahr gab es eine Steigerung der Fälle allein im Oktober von 194 auf 241. Bis zum 20.11. 08 seien es 325 Fälle gewesen gegenüber 295 im Jahre zuvor, eine Steigerung von rund zehn Prozent. Während die Geschäftsführung Probleme habe, Fachärzte für die Innere Medizin zu finden - der Markt ist hier ausgedünnt - arbeitet die Chirurgie unter Chefarzt Dr. Wolfgang Streifinger im grünen Bereich. Sein Ziel ist es, zusammen mit Beleg-Orthopäden die vorgeschriebenen Mindestmengen zu erreichen. Kritik erntete Müller von Thomas Seibert, dem Klinikseelsorger: "Sie erwähnen mit keinem Wort die Geburtshilfe." Müller dazu: "Wir gehen davon aus, dass es mit der Geburtshilfe so weiterläuft wie 2007." Die Betriebsratsvorsitzende Ottilie Probst machte auf den Personalnotstand auf der Kinderstation aufmerksam: "Wenn nicht ganz schnell was passiert, ist die Geburtshilfe weg." Für den vor vier Wochen in Ruhestand verabschiedeten Gynäkologen Dr. Necas sei bislang kein Nachfolger in Sicht. "Doch", so Müller. Am heutigen Donnerstag stellt sich ein Professor aus Leipzig in Wertingen vor. "Sieht vielversprechend aus." Bruno Hempel machte seinem Ärger Luft: "Die Personallücke war lange genug - seit zweieinhalb Jahren - bekannt", kritisierte er das Versäumnis der Geschäftsleitung. Dr. Hans Popp meinte: "Ohne Entbindungen fehlten uns die Einnahmen." Eine Schließung mache schon deshalb keinen wirtschaftlichen Sinn, da das von den Kassen eingeräumte Budget nicht ausgeschöpft würde. Bürgermeister Lehmeier beantwortete die Frage nach der Defizitbeteiligung der Stadt: "Wir rechnen mit etwa 40 000 Euro." Die Geburtshilfe stehe damit besser da als 2007. Quelle: Wertinger Zeitung, 27.11.2008
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