Klinikleitung lässt sich in die Karten blicken

Wertingen | bbk | Einen umfassenden Einblick in die Situation des Wertinger Krankenhauses bot die Mitgliederversammlung des Vereins der Freunde des Krankenhauses Wertingen e.V. den etwa 70 Anwesenden. Neben den Rechenschaftsberichten der Vorstandschaft sorgte hierfür der Vortrag von Uli-Gerd Prillinger, Geschäftsführer der Kreiskliniken Dillingen-Wertingen und dem Kardiologen Dr. med. Franz von Hoch, Chefarzt der Inneren Medizin. Beiden Ausführungen gemeinsam war ein positiver Ausblick auf die kommenden Jahre.
1. Vorsitzende Rita Müller-Brenner dankte den Mitgliedern für die finanzielle und moralische Unterstützung. Wichtig findet sie den offenen Informationsaustausch mit der Klinikleitung. So nimmt der Förderverein an den monatlichen Sitzungen des Bauausschusses bezüglich des Anbaus teil. Friedrich W. Föste berichtete von der Öffentlichkeitsarbeit, wie der Kontaktaufnahme mit umliegenden Gemeinden. Oder von der Landkreisausstellung, bei der 64 neue Mitglieder hinzugekommen sind.
1 249 Mitglieder
„1 249 Mitglieder zählte der Förderverein zum 31. Dezember 2008“, berichtete Schatzmeister Josef Linder anschließend. Bereits 118 seien im laufenden Jahr dazu gekommen. Mit 17 290 Euro im Jahr 2008 und 19 110 Euro 2009 seien die Mitgliederbeiträge der größte Posten bei den Einnahmen. An Spenden seien sowohl im Jahr 2008 als auch 2009 rund 13000 Euro eingegangen - sowohl Großspenden von Firmen, als auch kleine Spenden von Privatleuten.
Die Zinserträge belaufen sich auf etwa 2000 Euro jährlich, bei einem Guthaben von 59 845,65 Euro Ende 2008. Von den Ausgaben 2008 nannte Linder rund 4300 Euro für Zeitungsannoncen, 2061 Euro wurden für Schreinerarbeiten in der Geburtenabteilung bezahlt, das neue Entbindungsbett schlug mit 20 718 Euro zu Buche. Während Jahr 2008 Ausgaben von 33 563 Euro den Einnahmen mit 31 886 Euro entgegenstanden, belaufen sich die Ausgaben 2009 bis zum 30. Oktober 2009 auf 13 776 Euro, beispielsweise für Geschenkgutscheine, die Mitfinanzierung des Darmmodells bei der Landkreisausstellung, und die Miete für den Patientenüberwachungsmonitor „Picco-plus“. Somit belaufe sich das momentane Guthaben laut Linder auf 79 075,36 Euro. „Dies ist eine gute solide finanzielle Basis, um weiterhin das Krankenhaus zu fördern und zu unterstützen.“
Größte Patientensteigerung
„In Schwaben ist Wertingen mit 858 Patienten mehr als im Vorjahr das Haus mit der größten Patientensteigerung“, berichtete Geschäftsführer Prillinger erfreut.
Eine seiner Hauptaufgaben sehe er darin, Einsparpotentiale zu finden, ohne beim Personal oder den Patienten zu sparen. Beispielsweise durch einen Kooperationsvertrag mit dem BKH Günzburg beim Einkauf von Medical- und Wirtschaftsprodukten.
Trotz Neuausstattung mit moderner Technik erwartet Prillinger, das Defizit abzubauen. „Wir haben es geschafft, innerhalb 2009 unter einer Million zu bleiben, 2010 ist das Ziel unter einer halben Million.“ Lob zollte er der Wertinger Belegschaft: „Die Mannschaft ist hochmotiviert und zieht bei einer enormen Arbeitsbelastung mit, auch bei 120 Prozent Patientenbelegung.“ Sein Ziel nannte Prillinger klar: „Wir wollen keinen Luxus, aber ein gutes, funktionsfähiges Krankenhaus.“
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Dr. Franz von Hoch erklärte die Arbeitsweise in der Inneren Medizinischen Abteilung. Die Verzahnung der ambulanten und stationären Diagnostik und Therapie sieht er als Basis für eine erfolgreiche Zukunft, wie auch die Optimierung der organisatorischen Krankenhausstruktur. Beides wurde inzwischen umgesetzt. Sein Weg für ein erfolgreiches Krankenhaus ist, die Versorgung für jeden im Landkreis zu gewährleisten und trotzdem hoch spezialisiert zu sein, um mit den großen Kliniken mithalten zu können. Von Hoch:“ Der Hausarzt möchte wissen, dass seine Patienten optimal versorgt sind.“
Auf die Frage, warum an der Geburtenstation trotz des Defizits festgehalten werde, antwortete 3. Vorsitzender Rudolf Rager:“ Wir stehen klar und deutliche zur Geburtshilfe. Menschen, die ihre Kinder im Krankenhaus zur Welt bringen, haben eine andere Verbundenheit zum Haus und gehen auch wieder her.“ Selbstverständlich müsse die Geburtshilfe medizinisch haltbar und aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten tragbar sein. (bbk)
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Quelle: Augsburger Allgemeine
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