Führungsriege bleibt zusammen

Rita Müller-Brenner bleibt weiter 1. Vorsitzende des Unterstützungsvereins. 1353 Mitglieder

Die Vorstandschaft des Krankenhaus-Fördervereins Wertingen. Vorne von links: Friedrich Föste (2. Vorsitzender), Rita Müller-Brenner (1. Vorsitzende), Rudi Rager (3. Vorsitzender). Hinten von links: Josef Linder (Schatzmeister), Alfred Schneid (Schriftführer), Willy Lehmeier (Geschäftsführer).
Foto: Foto: Günther Herdin

Wertingen Seit 2005 gibt es den Verein der Freunde des Krankenhauses Wertingen. Zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte fanden in dieser Woche Neuwahlen des Vorstands statt. Dabei wurde das Führungsteam um die Vorsitzende Rita Müller-Brenner einstimmig im Amt bestätigt.

Erfreut stellte Müller-Brenner bei ihrem Rückblick fest, dass es seit geraumer Zeit ausgesprochen gut läuft im Wertinger Krankenhaus. Das sei nicht immer so gewesen. Sie erinnerte an Zeiten, in denen noch „viel gestrampelt“ werden musste. Wie die Mitglieder vom Geschäftsführer der Kreiskliniken gGmbH Dillingen-Wertingen, Uli-Gerd Prillinger, erfuhren, sei die finanzielle Situation vor allem im Jahr 2008 eine wesentlich schwierigere gewesen. Im laufenden Geschäftsjahr konnte der Verein der Krankenhaus-Freunde einiges bewerkstelligen. Insgesamt 47059 Euro hat Schatzmeister Josef Linder bis Ende Oktober für die Ausstattung im Begegnungsbereich, für sechs Defibrillatoren oder Lehrbücher zur Verfügung gestellt. Und dennoch weist das Guthaben des Vereins derzeit ein Plus von 90750 Euro auf. Die meisten Einnahmen konnten durch die Beiträge der Mitglieder (derzeit 1353) erzielt werden; ein nicht unwesentlicher Anteil der Einnahmen komme laut Linder durch zahlreiche Spenden zustande.

Kreiskliniken-Geschäftsfühfer Uli-Gerd Prillinger lobte in seiner Ansprache die Aktivitäten der Wertinger Krankenhaus-Freunde und berichtete von um 25 Prozent gestiegenen Fallzahlen seit 2008. Das Wachstum in den vergangenen drei Jahren habe viel mit der Qualität der medizinischen Versorgung sowie insbesondere mit der Freundlichkeit des Personals zu tun. Die Bettenkapazität von 117 wurde in diesem Jahr zu Stoßzeiten schon einige Mal überschritten, die Durchschnittsauslastung betrage derzeit 89 Prozent (bayernweit 72 Prozent). Was die Wirtschaftlichkeit des Krankenhauses betrifft, zeichne sich für 2011 ein etwas höheres Minus (518000 Euro) ab als im Jahr zuvor (271000).

Prillinger machte auf den Fachkräftemangel bei den Pflegekräften aufmerksam, obwohl man im Landkreis Dillingen mit zwei vorhandenen Krankenpflegeschulen noch vieles abfedern könne. Eingestehen musste der Geschäftsführer auf eine Frage aus dem Publikum, dass sich in gewissen Bereichen die Überstunden beim Personal häufen. Die Arbeitsverdichtung habe deutlich zugenommen.

Neben Zahlen, Daten und Fakten gab es auch medizinische Vorträge durch Chefarzt Wolfgang Streifinger und Oberarzt Thomas Moerke. Streifinger zeigte die Problematik von Knochenbrüchen bei einliegenden Kunstgelenken auf. Diese Fälle seien vor allem bei älteren Personen mit Osteoporose kompliziert. Viele Operationen ließen sich vermeiden, wenn sich Menschen auch im fortgeschrittenen Alter mehr bewegen würden. Auch täglich in die Sonne gehen, falls sie scheine, sei eine vorbeugende Maßnahme.

Oberarzt Thomas Moerke zeigte neue Aspekte der modernen Knochenbruchbehandlung auf. Dem Patienten könne oft ambulant geholfen werden, wenn jemand trotzdem im Krankenhaus bleiben müsse, seien die Aufenthaltszeiten bei Weitem nicht mehr so lang wie früher. „Eine Drei-Tage-Wohlfühlbehandlung gibt es nicht mehr“, sagte Moerke, der mit vielen Beispielen aufzeigte, welche technische Hilfsmittel bei einer OP heutzutage zur Verfügung stehen. Von all den Schrauben, Scharnieren und Stiften, die auf den Bildern zu sehen waren, zeigte sich Rita Müller sehr beeindruckt. „Das sieht ja aus wie in einer Autowerkstatt“, schmunzelte sie und meinte abschließend: „Ich glaube, wir sollten uns doch alle wieder etwas mehr bewegen.“ (her)

 

Quelle: Augsburger Allgemeine