Nach 2009 die Vision, dass es läuftVon Erich WandschneiderWertingen - Man kauft nicht jeden Tag ein Krankenhaus! Es gibt an der Zusam keine Erfahrungswerte, wie der Ablauf dieser Transaktion aussehen könnte. Gestern berichtete die Wertinger Zeitung über den Plan des Krankenhaus-Fördervereins, das Kreiskrankenhaus für die symbolische Summe von einem Euro zu kaufen und selbst zu führen.
Lehmeier stellt sich vor, dass der Förderverein mit einem neuen Management und den 320 Mitarbeitern der Klinik dann schon ab dem Sommer das Ruder herumreißen würde. Bedingung: Heuer und 2009 übernähme der Landkreis wie gehabt 85 Prozent der Defizite und 50 Prozent der Neubaukosten. Und nach 2009? Wenn dann trotzdem noch Defizite auftreten? Lehmeier meinte, man habe die Vision, dass es dann beim Wertinger Krankenhaus finanziell besser laufe: "Das muss klappen, sonst wird die Reißleine gezogen!" Lehmeier wie auch der 2. Vorsitzende des Fördervereins, Bruno Hempel, sind zuversichtlich, dass man das Krankenhaus zum Erfolg hin managen kann: "Wir gründen eine gGmbH, damit wir als gemeinnützig anerkannt werden und an die Zuschüsse herankommen", so Hempel. Der FDP-Politiker allerdings will vom Landkreis nicht nur die Führung der Klinik, sondern auch die Immobilien. So könnte man, falls es nach 2009 finanziell doch einmal klemmt - "was unwahrscheinlich ist" - durch Kredite Geld beschaffen. Hempel betonte: "Der 'Schwarze Peter' liegt jetzt beim Landkreis. Lange genug ist behauptet worden, dass das Wertinger Haus eine unzumutbare finanzielle Belastung sei. Jetzt hat der Kreis die Chance, sich dieser Belastung zu entledigen..." Hempel befürchtet, dass der Landkreis das Wertinger Haus eh nur ausbluten wollte: "Allenfalls als abgemagerte Außenstelle des Dillinger Krankenhauses dürfte das Haus wohl weiterexistieren!" Hempel betonte: "Eines ist klar: Wir müssen so schnell als möglich frisch anfangen. Wir wollen den Ist-Zustand der Bilanzen sehen. Auf dieser Basis werden wir dann arbeiten!" Der Förderverein ist misstrauisch und will nicht auf dem Zahlenwerk des Geschäftsführers der gGmbH, Hans-Peter Maier, aufbauen. Lehmeier wie Hempel zeigten sich zuversichtlich, dass ein neues Management bald ganz andere Bilanzen vorlegen könnte. Konkretes über die künftigen Pläne war noch nicht zu erfahren! Der 3. Vorsitzende des Fördervereins, Hermann Buhl, betonte, der Förderverein habe keineswegs einen Schnellschuss gewagt, sondern man sei hinter den Kulissen bereits seit drei Jahren tätig, habe sich in anderen Krankenhäusern umgesehen, mit Fachleuten Kontakte geknüpft und sei in Ministerien vorstellig geworden. "Wir haben ein komplettes Krankenhaus-Konzept! Glauben Sie uns, das alles ist keine Phantasterei. Wir wissen, was wir machen!" Buhl kündigte an, dass man das neue Konzept der Belegschaft vorstellen werde - aber natürlich erst dann, wenn das Krankenhaus in eine neue Regie übergegangen sei. Aus den Andeutungen der drei Fördervereins-Gesprächspartner der WZ war zu entnehmen, dass man mit einem neuen kompetenten Manager selbst im beargwöhnten neuen Abrechnungsmodus der Fallpauschalen durchaus ganz legal schwarze Zahlen schreiben könne. Die Neugründung einer gGmbH gewährleiste auch den Fluss der staatlichen Zuschüsse. Ein frisches Konzept und beste ärztliche Versorgung etablieren die Wertinger Klinik bestens im Medizinmarkt. Wie ist die Stimmung im Kreistag? Der Wertinger Kreisrat Dr. Johann Popp wagte im Gespräch mit der WZ keine Analyse: "Das ist nicht vorhersehbar. Diese Situation ist neu, man kann sie also nicht aufgrund bisheriger Erfahrung einschätzen!"
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Der Geschäftsführer des Fördervereins, Wertingens Bürgermeister Willy Lehmeier, betonte, man werde sich in der kommenden Woche zu einem Gespräch mit Landrat Leo Schrell treffen. Noch im April sei dann wohl eine Entscheidung des Kreistags fällig: "Verkauf oder Nicht-Verkauf! - Das ist das Thema. Wir haben keine Zeit, jeder Tag zählt!", warnte Lehmeier. Den Verkauf sieht er als symbolische Geschichte: "Es geht nicht um die Immobilie. Wir benötigen das Hausrecht und damit die Möglichkeit, in die Tagesgeschäfte einzugreifen!" Wenn es nach Lehmeier ginge, dann müssten alle nötigen Schritte noch im ersten Halbjahr 2008 abgewickelt werden.