Handlungsbedarf für Aufsichtsrat und Förderverein

425 Babys wurden im vergangenen Jahr im Einzugsbereich der Wertinger Zeitung geboren. Eine Zahl, mit der sich der Geschäftsführer der Kreiskliniken gGmbH im Landkreis Dillingen, Hans-Peter Maier, nur noch marginal beschäftigen dürfte. Der 62-Jährige hat seinen Arbeitsvertrag gekündigt und wechselt nochmals den Arbeitgeber. Dass sich Maier gedanklich mehr auf seine künftige Aufgabe denn auf seinen "Noch-Job" bei der Kreiskliniken gGmbH konzentrieren könnte, wäre auch nicht verwunderlich. Um so wichtiger ist es, dass Maiers Nachfolge so schnell wie möglich geregelt wird. Nicht primär wegen der Geburtenstatistik im Raum Wertingen/Meitingen, sondern wegen der gesamten Krankenhaus-Entwicklung im Kreis Dillingen. Die positiven Ansätze, die in den vergangenen Monaten erzielt wurden, dürfen nicht aufs Spiel gesetzt werden! Eine neue starke Hand neben dem Aufsichtsratsvorsitzenden Landrat Leo Schrell tut not.

 Zurück zu der Geburtenstatistik in der Region. Für die vor Kurzem gewählte neue Vorstandschaft des Krankenhaus-Fördervereins Wertingen unter der Führung von Rita Müller-Brenner sind die Zahlen sehr aussagekräftig. Da wird deutlich aufgezeigt, dass es viele Mütter zur Entbindung in eine Augsburger Klinik zieht. Und das, obwohl die Geburtshilfe im Wertinger Krankenhaus vor der Haustür liegt. Am deutlichsten wird dies am Beispiel Biberbach. Obwohl nur zehn Kilometer von Wertingen entfernt, brachten 13 Mütter aus der Marktgemeinde ihre Babys in der schwäbischen Metropole auf die Welt. Ins Wöchnerinnenbett in Wertingen legten sich hingegen nur drei Frauen.

 Um auf den guten Ruf der Wertinger Geburtshilfe noch deutlicher aufmerksam zu machen, müssen neben einer gezielten Werbeoffensive auch intensive Gespräche mit den Gynäkologen in der Region geführt werden. Handlungsbedarf ist also nicht nur bei der Nachfolge für Hans-Peter Maier notwendig, auch der Krankenhaus-Förderverein Wertingen hat durch die Geburtenzahlen einen interessanten Ansatz bekommen, wo man Schwerpunkte bei der künftigen Arbeit setzen muss.