Gesund heilen durch neue Trägerschaft?Für Wertinger Krankenhaus-Förderverein ernste Alternative Wertingen - Für Bruno Hempel sind die 1050 Mitglieder im Förderverein für das Wertinger Krankenhaus durchaus eine Zahl, die sich sehen lassen kann. Immerhin gibt es die Organisation erst seit einem Jahr. Hempel wurde im April 2005 ebenso wie Hermann Buhl zu einem der beiden Stellvertreter des amtierenden Vorsitzenden Dieter Romakowski gewählt. Gemeinsam mit dem Geschäftsführer des Krankenhaus-Fördervereins, Wertingens 1. Bürgermeister Willy Lehmeier, machte sich Hempel am gestrigen Mittwoch in einem Pressegespräch intensive Gedanken über die Zukunft der Wertinger Klinik. Beide bekräftigten dabei den Krankenhaus-Standort Wertingen und schlossen es nicht aus, im Falle einer negativen Entwicklung unter der Ägide der Kreiskliniken gGmbH Dillingen-Wertingen das Haus in der Zusamstadt einer neuen Trägerschaft zuzuführen. Gedanken und Ideen zum Erhalt des Wertinger Krankenhauses habe der Förderverein bereits genügend entwickelt, wie Willy Lehmeier unmissverständlich zu verstehen gibt. Sollte eine neue Trägerschaft zur Sicherung der Gesundheitseinrichtung in Wertingen irgendwann in den nächsten Monaten ein ernstes Thema werden, hat der Geschäftsführer auch schon Vorschläge, wie das funktionieren könnte: Nicht nur der Förderverein müsste dann zur Trägerschaft gehören, in erster Linie natürlich die Stadt Wertingen als Kommune des Krankenhaus-Standortes. "Und wir müssen selbstverständlich auch unsere Nachbarn mit ins Boot nehmen", denkt Lehmeier vor allem an die Gemeinde Buttenwiesen und an alle Kommunen innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft Wertingen. Selbst mit Gemeinden im angrenzenden Landkreis Augsburg müsste man im Falle eines Falles Gespräche führen. Dass eine private Trägerschaft durchaus funktionieren kann, dafür gebe es laut Lehmeier bereits einige Beispiele in Deutschland. Deshalb werde sich der Krankenhaus-Förderverein in den nächsten Wochen solche Einrichtungen auch anschauen. Entscheidend für die Entwicklung am Wertinger Krankenhaus sind für Hempel und Lehmeier die zum 1. April angekündigten Strukturveränderungen der Kreiskliniken gGmbH Dillingen-Wertingen in den nächsten Monaten. Der von Geschäftsführer Hans-Peter Maier eingeschlagene Kurs mit einer Reduzierung um sieben Betten und einem damit verbundenen Personalabbau sei notwendig und richtig. Nicht nachvollziehen kann Willy Lehmeier die in der Öffentlichkeit entstandene Debatte der angesprochenen Bettenreduzierung. Viel wichtiger sei die Tatsache, dass 128 Betten im Bestand gesichert wurden und an die 300 Arbeitsplätze erhalten bleiben. "Es sind gute Perspektiven da", betont der Geschäftsführer des Fördervereins. Wobei Lehmeier diese Aussage auch aus der Sichtweise des Wertinger Bürgermeisters und als Mitglied im Dillinger Kreisrat unterstreicht. Egal ob neue Trägerschaft oder Mitglied in der Kreiskliniken gGmbH, was aus Lehmeiers Sicht sehr schnell passieren muss, ist die Entwicklung eines anderen Gefühls bei der gesamten Belegschaft im Krankenhaus. Das Personal sei ohnehin schon sehr leistungsfähig und bestimmt bereit, noch mehr zu leisten, wenn endlich die Diskussionen um die Daseins-Berechtigung der Klinik ein Ende nehmen würden. Und wie Willy Lehmeier glaubt auch Bruno Hempel, dass durch das Signal des Fördervereins, gegebenenfalls eine neue Trägerschaft zu entwickeln, zusätzliches Vertrauen aufgebaut werden kann. Noch in diesem Kalenderjahr und auch da sind sich Hempel und Lehmeier einig müssen alle politischen Entscheidungen fallen, was mit dem Krankenhaus passiert. Die medizinische Grundversorgung dürfe in Wertingen auf keinen Fall verloren gehen. Deshalb will der Förderverein seinen Mitgliederbestand weiter nach oben treiben. Bruno Hempel hält es für möglich, dass eine Zahl von 5000 zu erreichen ist. Bisher konnten in einem Jahr durch Mitgliedsbeiträge und Spenden schon 40 000 Euro eingetrieben werden. Aber man müsse diesbezüglich noch zulegen, um den "Patienten Krankenhaus" finanziell gesund heilen zu können. Zahlen, Daten, Fakten: Förderverein Krankenhaus Wertingen
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